Dreckspatz Smart von Mercedes

Sonntag, 3. April 2005

Deutsche Umwelthilfe fordert sofortige Nachbesserung für den "Dreckspatz" Smart von Mercedes

Rußfilter:"Doppelte Nullnummer"beim Smart /
Jürgen Schrempp verweigert seinem Stadtauto den Partikelfilter /
Deutsche Umwelthilfe fordert sofortige Nachbesserung für den "Dreckspatz" von Mercedes


03.04.2005 - 13:22 Uhr

Stuttgart/Berlin (ots) - Ausgerechnet für das Stadtauto Smart, das
praktisch ausschließlich in den mit Feinstaub belasteten Innenstädten
verkehrt, verweigert der Stuttgarter Autobauer DaimlerChrysler den
Partikelfilter. Für die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) ist dies
eine weitere nicht nachvollziehbare Fehlentscheidung von
Konzernlenker Jürgen Schrempp im Vorfeld der DaimlerChrysler
Hauptversammlung am kommenden Mittwoch.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte Schrempp am Mittwoch vergangener
Woche schriftlich aufgefordert, für alle Marken seines Hauses den
Partikelfilter ab dem 1. Juli 2005 serienmäßig anzubieten. Während
DaimlerChrysler dieser Forderung für alle Mercedes Benz Modelle
nachkommt, verweigert Schrempp ausgerechnet für den "Dreckspatz von
Mercedes", den Smart Diesel, den Rußfilter sowohl für die
Serienausstattung wie in der Nachrüstung.

"Wer heute einen Diesel-Smart kauft, der bekommt einen der
schmutzigsten Dieselmotoren, die auf dem Markt überhaupt verfügbar
sind. Dieser Motor erfüllt nicht einmal die derzeit gültige
Abgasnorm Euro 4. Bei den Stickstoffoxid-Emissionen wurden in der
Feldüberwachung sogar Überschreitungen der Grenzwerte von Euro 3
gemessen. Hinzu kommen die giftigen Dieselruß-Partikel, die
ungefiltert die Luft in Stuttgart und anderen Innenstädten verpesten.
Die Deutsche Umwelthilfe fordert Jürgen Schrempp auf, seine
Fehlentscheidung zu korrigieren. Die Doppelnull beim Smart muß
verschwinden. Wir brauchen den Partikelfilter sowohl bei allen
Neufahrzeugen wie für die vielen hunderttausend Diesel-Smart, die
bereits in den Städten unterwegs sind", so Jürgen Resch,
Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe.

Die DUH geht davon aus, dass sich - abgesehen vom Wolfsburger
Volkswagen-Konzern - alle übrigen deutschen Automobilhersteller dem
Partikelfilter als Serienausstattung ab diesem Sommer nicht länger
verweigern werden. Für praktisch alle gebrauchten Diesel-Pkw
kündigten die deutschen Hersteller Nachrüstlösungen noch für dieses
Jahr an. Eine Ausnahme macht unverständlicherweise DaimlerChrysler
mit der Marke Smart.

Die Deutsche Umwelthilfe wird im Rahmen "kreativer Aktionen" vor
dem Kauf aller Fahrzeuge warnen, denen die Automobilhersteller den
Partikelfilter weiterhin verweigern. Über Jahre hinweg wurde eine
effektive Filterung der Rußfeinstpartikel durch die
Automobilindustrie boykottiert. Die DUH erwartet gerade von
DaimlerChrysler ein Ende der Verweigerungspolitik bei den Kleinwagen,
zumal wir als Umweltverband bereits vor einem knappen Jahr bewiesen
haben, dass der Partikelfilter ohne Probleme für den Smart realisiert
werden kann.

Nachdem Volkswagen und DaimlerChrysler im Sommer 2004 geklagt
hatten, für kleine Dieselmotoren ließe sich der Partikelfilter wegen
angeblich "fehlenden Platzes" nicht realisieren, präsentierte die DUH
Anfang Juli 2004 in Berlin als Weltpremiere einen Smart mit voll
funktionstauglichem Russfilter und blamierte den Stuttgarter
Autobauer. Die DUH bewies mit dem im weltweit kleinsten
Großserien-Diesel-Pkw eingebautes Partikelfiltersystem, dass auch
Dieselmotoren mit kleinstem Hubraum wie VW Polo und Smart problemlos
und kostengünstig mit dem Partikelfilter ausgestattet werden können.

"Die Kosten für einen vollwertigen Partikelfilter liegen beim
Smart in der Serienproduktion bei unter 250 EUR" so Resch. Viele
hundert Smart-Kunden haben sich seitdem bei der DUH gemeldet und
wollten den Partikelfilter kaufen. Diesbezügliche Briefe und
Nachfragen im Hause DaimlerChrysler werden in der Regel ignoriert.
"Smart bietet zwar Kotflügelverbreiterungen und einen chromglänzenden
Sportauspuff als aufpreispflichtiges Sonderzubehör an. Umweltbewußten
Smartkunden wird aber der wirklich wichtige Partikelfilter selbst
gegen Aufzahlung verweigert", ärgert sich Resch.




Pressekontakt:
Jürgen Resch, Deutsche Umwelthilfe e.V., Fritz-Reichle-Ring 4, 78315
Radolfzell (www.duh.de), Tel.: Mobil.: 0171/ 3649170, Fax.: 0 77 32/
9995-77, E-Mail: resch@duh.de

Quelle:
http://www.presseportal.de/story.htx?nr=664459&firmaid=22521

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