Gesetzlich verbrieftes Notwehrrecht wahrnehmen

Montag, 28. März 2005

Gesetzlich verbrieftes Notwehrrecht wahrnehmen

Gesetzlich verbrieftes Notwehrrecht wahrnehmen

Sehr geehrter Herr G.,

wie schön wäre unsere Welt, wenn sie so wäre, wie Sie es sich ausmalen. Gerade das Beispiel mit dem Dieselruß beweist, dass sich in Deutschland trotz unbezweifelbarer wissenschaftlicher Erkenntnisse und sogar eindeutiger gesetzlicher Regelungen kein Mensch, vor allem kein Politiker um die Ursachen und Folgen krankmachender Technologien kümmert. Fragen Sie doch mal in Ihrem Bekanntenkreis, wer bereit ist, durch Verzicht auf das Auto z.B. bei Feiertags- und Kurzurlaubsausflügen mit dazu beizutragen, dass endlose Staus und daraus resultierende Umweltschädigungen vermieden werden.

Immer dann, wenn es um die eigenen Interessen und die eigene Bequemlichkeit geht, werden Sie hören, dass der Einzelne sowieso nichts bewirken kann und dass das bißchen, was man selbst zur Umweltverschmutzung beiträgt, so schlimm ja auch nicht sein kann, gemessen an dem, was alle anderen zusammen bewirken. Mag man versucht sein, dieses Verhalten bei Lieschen Müller noch zu verstehen, wenn allerdings staatliche und kommunale Verwaltungen sich so verhalten, wird es kriminell. Großstädte wie Berlin, Leipzig und München müssen erst von couragierten Bürgern verklagt werden, damit sie die seit vielen Jahren angekündigten gesetzlichen Regeln zum Feinstaub (u.a. Dieselruß) einhalten. Da haben Politiker und Verwaltungen jahrelang vorsätzlich die Augen zugemacht, sich einen Dreck um Gesetze und Wohlergehen der Bürger geschert und ihre Arbeit nicht getan, für die sie von uns allen bezahlt werden.

Dass sie damit vorsätzliche Körperverletzung begehen, ja sogar den Krebstot vieler Menschen billigend in Kauf nehmen, scheint niemanden sonderlich aufzuregen. Dabei gibt es gegen solche menschenverachtende Politik, und das gilt auch im Bereich Elektrosmog durch Mobilfunk, ein gesetzlich verbrieftes Notwehrrecht. Wann wachen wir endlich auf und fangen an, uns kollektiv gegen Straftaten wie gefährliche Körperverletzung, Totschlag und Mord massiv zur Wehr zu setzen. Der Schmusekurs der Umweltbewegung hat in den letzten Jahren nur dazu geführt, dass immer mehr Politiker, Regierungsverantwortliche und Parteien glauben, mit uns machen zu können, was sie wollen.

Wir können weder bei der Industrie noch bei der staatlichen Verwaltung darauf hoffen, dass rationale, am Gemeinwohl orientierte Verhaltensweisen an die Stelle von Profitgier und Machterhaltung treten. Also hilft nur eins, Polarisierung. Wir müssen unsere Feinde benennen und bekämpfen, bevor dies die ewig Gestrigen mit ihren Dummenfängern von der NPD und anderen rechtsradikalen Gruppierungen tun. Wir müssen wieder den Mut haben, auf die Strasse zu gehen und für eine Welt ohne krankmachenden Verkehr und ohne krankmachenden Elektrosmog eintreten und notfalls kämpfen.

Das kalte Profitdenken z.B. eines Josef Ackermann von der Deutschen Bank stellt eine grundgesetzeswidrige Machtausübung gegen die Menschen dieses Landes dar. Notfalls muß dieser Macht auch mit Gewalt begegnet werden. Vor allem aber müssen wir alle aufhören, unseren jeweiligen persönlichen Vorteil, unsere persönliche Bequemlichkeit oder unsere Angst um Arbeitsplatzverlust oder Einkommensschmälerung zum Maßstab unseres Handelns zu machen. Wir brauchen gelebte Solidarität und Verantwortungsbewußtsein, um unsere Welt lebenswert zu machen und für unsere Kinder zu erhalten.

Konkret heißt das, sich informieren und andere aufklären, selbst mit gutem Beispiel vorangehen und Freunde zum Mitmachen animieren, Kinder umweltbewußt und kritisch erziehen, sich in Umweltverbänden wie dem BUND organisieren und solidarisch auf allen Ebenen für die Abschaffung von Mißständen eintreten, uneinsichtigen Politikern und Industrievertretern massiven Protest entgegentragen und durch Konsumverzicht oder Arbeitsstreik Umdenkprozesse in Wirtschaft und Politik einzuleiten.

Hans-Udo Weiland

Quelle:
http://omega.twoday.net/stories/595414

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